MZ-LogoNachterstedt – Schlechte Nachrichten hat Seeland-Bürgermeisterin Heidrun Meyer zu verkünden: Der Salzlandkreis hat den im Mai beschlossenen Haushalt der Stadt Seeland samt Konsolidierungskonzept nicht genehmigt. Die Stadt befindet sich damit in der vorläufigen Haushaltsführung und muss jede geplante Maßnahme daraufhin überprüfen, ob sie unabweisbar ist. Das teilte Meyer den Stadtratsmitgliedern am Dienstagabend während ihrer Sitzung in Nachterstedt mit.

Grund für die Ablehnung des Haushaltes ist offenbar das aus Sicht des Landkreises nicht ausgeschöpfte Sparpotenzial. „Wir werden also drastische Maßnahmen vorschlagen und umsetzen müssen. Das ist nicht schön, aber so ist die Lage“, so Heidrun Meyer. Die bereits 2015 beantragten und bewilligten Maßnahmen werden dennoch umgesetzt, so die Bürgermeisterin. Das betrifft die Kirchgasse in Frose und die Pothofstraße in Gatersleben.

Sparvorschläge aus den Ortschaftsräten erwartet

Auf die Frage von Stadtrat Dieter Gleichner, ob die neue Situation Auswirkungen auf die Vereinsmittel habe, konnte die Verwaltungschefin zumindest für dieses Jahr beruhigen: „In diesem Jahr werden die 7,50 Euro pro Einwohner noch gezahlt. Die Vereine haben die Mittel für ihre Feste ja schon eingeplant“, sagte sie. Für das kommende Jahr müsse alles neu diskutiert werden. Auf jeden Fall erwarte sie auch Sparvorschläge aus den Ortschaftsräten.

Stadtrat Mathias Witte, gleichzeitig Ortsbürgermeister von Friedrichsaue, gab zu bedenken, dass der 5,5-Millionen-Fehlbetrag im Wesentlichen von den Abschreibungen in Folge der doppischen Haushaltsführung kommen. „Die Stadt wird es nie schaffen, die Abschreibungen zu erwirtschaften.“ Vor diesem Hintergrund sei es ihm schleierhaft, wie die Kommune ihren Haushalt ausgleichen soll. „Wir werden guten Willen zeigen, ich bezweifle aber, dass das am Fehlbetrag kratzen wird“, sagte er. (mz)

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